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Städtetrips

Ein Wochenende in Riga

 

Schon mal daran gedacht nach Riga zu fliegen?! – Ich ehrlich gesagt auch nicht! Aber wie es der Zufall manchmal will, führt einen der Job manchmal an die seltsamsten Orte. Mein Wissen über Lettland und seine Hauptstadt hielt sich bis dato in Grenzen. Abgesehen davon, dass das kleine Land im Baltikum zur EU gehört und der Eurovision Song Contest 2003 dort stattgefunden hat, wusste ich ehrlich gesagt nichts über Lettland oder Riga und wäre vermutlich auch nie auf die Idee gekommen, dorthin zu fliegen.

 

Lettland ist wie bereits erwähnt, ein kleiner Staat im Herzen des Baltikums. Die genaue geographische Zuordnung zu Europa ist ein wenig schwierig, da das Baltikum irgendwie zu Nordeuropa, Mitteleuropa und Osteuropa dazugezählt werden kann. Und das spürt man auch, wenn man dort ist: Auf der einen Seite diese vielen skandinavischen Elemente und Einflüsse, andererseits aber auch super viel, das an die ehemalige sowjetische Präsenz dort erinnert. Mit seinen 700.000 Einwohnern ist Riga die größte Stadt des Baltikums. Zählt man die Einwohner der umliegenden Regionen noch hinzu, kommt man auf eine knappe Million Menschen, was die Hansestadt somit auch zum größten Ballungsraums macht.

 

 

Aufgrund der geographischen Lage ist Riga klimatisch gesehen eher feucht und kühl einzuordnen. Wir waren Anfang Oktober dort, wenn eigentlich Temperaturen zwischen 3° und 10° Grad Celsius angesagt sind. Da der super-heiße Sommer in diesem Jahr aber noch bis Anfang Oktober anhielt, kletterte das Thermometer sogar bis knapp über 20 ° und bescherte uns ein schönes, herbstliches Wochenende mit viel Sonne. Ich würde beim nächsten Besuch aber trotz alledem einen Regenschirm einpacken, da es im Herbst dort auch mal bis zu 11 Tage pro Monat regnen kann.

 

Flug & Unterkunft

Die Anreise war unproblematisch und mit Direktflug von Frankfurt zum Rigaer Flughafen in nur 2 Stunden sehr komfortabel. Von dort aus gelangt man entweder mit dem Taxi in die Stadt (kostet circa 16 Euro) oder aber, man nimmt den Bus für einen Bruchteil des Preises (zwischen 1,15 € und 2,00€. Je nachdem, wo man die Fahrkarte kauft.) Übernachtet haben wir im Park Inn by Radisson Riga Valdemara. Dieses Hotel ist noch ziemlich neu und liegt von der Stadt aus gesehen auf der anderen Seite des Flusses. Der Fußweg von dort in die Altstadt dauert etwa 20 Minuten, die Bus-Verbindung in die Stadt ist allerdings so gut, dass wir meistens mit dem Bus gefahren sind.

 

 

 

Sightseeing-Highlights

Panorama Riga Observation Deck (Hochhaus der Wissenschaften)

Der perfekte Start für eine Sightseeing-Tour durch Riga ist das Panorama Deck, das sich auf dem 108 m hohen Hochhaus der Wissenschaften befindet. Das Gebäude erinnert ein bisschen an die kleinere Version des Empire State Buildings in New York, weshalb es auch als Stalin Empire bekannt ist. Das Ticket für die Aussichtsplattform kostet gerade mal 5 €, dafür erhält man den vermutlich besten Blick auf die Stadt.

 

 

 

Altstadt

Riga ist berühmt für seine wunderschöne Altstadt, die Kathedralen und Kirchen. Neben den traditionellen lettischen Holzhäusern findet man außerdem auch Gebäude aus der Gotik, der Romanik und dem Jugendstil. Das ist auch einer der Gründe, warum ich Riga zuerst nicht so richtig einordnen konnte: Auf der einen Seite wirkt es durch die Holzhäuser sehr skandinavisch, andererseits findet man aber auch orthodoxe Kirchen mit goldenen Zwiebeltürmen sowie Denkmale und Statuen, die noch aus der Zeit der Sowjetunion stammen. Das macht aber auch den besonderen Charme Rigas aus.

 

 

Zentralmarkt

Schon vom Observation Deck aus fallen einem die fünf großen Hallen in direkter Nähe zur Düna auf: Die umgebauten Zeppelin-Hangars beherbergen seit 1930 den Zentralmarkt Rigas. Einst war er der größte und modernste Markt Europas, heutzutage ist er immerhin noch der größte Markt Lettlands und seit 1997 sogar Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Auf dem Zentralmarkt kann man das ganze Jahr hinweg alles Lebensnotwendige kaufen: von frischem Fisch und Fleisch, über Backwaren, Obst und Gemüse, bis hin zu Nüssen und Gewürzen, aber auch Blumen, Pflanzen und Handarbeiten.

 

 

Essen & Trinken

Black Magic Bar

Ein absolutes Muss ist die Black Magic Bar in der Altstadt von Riga! Von außen relativ unscheinbar, bemerkt man den eigentlichen Charme der Black Magic Bar erst, wenn man drinnen ist: Die Bar beziehungsweise das Café ist eingerichtet wie eine Apotheke im 18. Jahrhundert. Selbst das Personal trägt mittelalterliche Tracht. Neben dem berühmten Black Balsam, einem für Riga typischen Kräuterlikör, gibt es hier eine große Auswahl an Kuchen und Pralinen. Im unteren Geschoss befindet sich die Bar mit einigen unheimlichen Überraschungen.

 

Queens Pub

Wenige Meter von der Black Magic Bar entfernt ist der Queens Pub. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das ein Pub nach britischem Vorbild. Im Queens gibt es eine gute Auswahl an regionalen und importierten Bieren, sowie Burger, Rippchen und Co. für das leibliche Wohl.

 

Kalku Varti

Ebenfalls auf der Kaļķu iela (zu Deutsch: Kalkstraße) und nur einen Katzensprung von den anderen beiden Lokalen entfernt, befindet sich das Kalku Varti. Das schöne Restaurant ist allein schon durch die helle und elegante Einrichtung ein Highlight. Serviert wird hier moderne lettische Küche mit Produkten aus dem Umland, den lettischen Wäldern sowie von regionalen Bauernhöfen.

 

 

 

Mein Fazit:

Riga wird als Ziel für eine Städtereise aktuell leider noch total unterschätzt und ist meiner Meinung nach ein kleiner Geheimtipp! Die Stadt hat aufgrund ihrer Geschichte und der verschiedenen kulturellen Einflüsse ihren ganz eigenen Charme und bezubert durch die historische Altstadt mit ihren schmalen Gässchen, die wunderschöne Architektur sowie dem Prunk aus der Sowjet-Zeit.

 

 

 

 

 

 

Städtetrips

Travel Diairy: 5 Tage Business-Trip nach Athen

Gibt es eigentlich noch den Throwback Thursday? Passend dazu hätte ich heute nämlich ein paar Tipps von einem vergangenen Business-Trip nach Athen. Ziemlich genau vor einem Jahr hatte ich das Glück, der griechischen Hauptstadt einen Besuch abstatten zu dürfen. Zwar war das Zeitfenster für Sightseeing durch die dienstlichen Veranstaltungen auf den Abend beschränkt, das war aber gar nicht so schlimm! Denn bei 42 Grad Außentemperatur (Anfang August) haben wir den Tag lieber in klimatisierten Räumen verbracht und uns abends bei kühleren Temperaturen auf Erkundungstour gemacht.

Flug & Unterkunft

Athen lohnt sich auf jeden Fall für einen Städtetrip. Der Direktflug mit der Lufthansa von Frankfurt aus hat etwa 200 € gekostet und dauerte gerade mal 3 Stunden. Vom Eleftherios-Venizelos-Flughafen kommt man mit verschiedenen Transfermöglichkeiten in die 25 km entfernte Stadt. Am günstigsten sind Bus und Metro mit 6 Euro, beziehungsweise 10 €. Die Fahrt dauert aber fast doppelt (50-55 Minuten) so lange wie der Transfer mit dem Taxi für 38 € (ca. 25 Minuten).

 

Die Wahl des Hotels wurde uns zum Glück abgenommen, weil wir uns über die Veranstaltung im St. George Lycabettus  einquartieren konnten. Das ist ein 5 Sterne Hotel, etwa 1km von der Athener Innenstadt entfernt. Das Hotel verfügt über allerlei Annehmlichkeiten wie Gym, einer Dachterrasse mit Pool und Bar, einer Frühstücksterrasse mit direktem Blick auf die Akropolis sowie einer Kunstgalerie im Untergeschoss. Die Zimmerpreise liegen regulär bei 120 € inkl. Frühstück, was ich für die Kategorie noch erschwinglich fand. Und gerade der Ausblick auf die Akropolis ist jeden Cent wert! Was mich überrascht hat, war die kostenfreie Flasche Wasser, die jeden Tag im Zimmer stand. Das hab ich bisher (leider) noch in keinem anderen Hotel dieser Klasse erlebt.

Essen & Trinken

Athen hat eine Vielzahl an vielen schönen kleinen Cafés, Bars und Restaurants. Wir haben unsere Wahl meist über Google oder Trip Advisor getroffen: Es ist super angenehm, wenn man mit knurrendem Magen und ohne Ortskenntnisse schnell recherchieren kann, welches erschwingliche Restaurant in der Nähe ist, ohne lange planlos umherzuirren. Aus eigener Erfahrung (und in Abstimmung mit dem Google-Rating) kann ich das Melilotos empfehlen, ein kleines griechisch-mediterranes Restaurant in der Innenstadt, mit einem hervorragendem Preisleistungsverhältnis. Ich glaube, ich habe für den Lachs mit Kräuterreis, einen Liter Wasser und einen Liter Wein – den ich natürlich nicht ganz alleine getrunken habe – gerade mal knapp über 20 € bezahlt.

In der Nähe unseres Hotels gab es noch unzählige weitere Restaurants. Dort haben wir auch einmal im Stinking Bishop gegessen. Bei Google wird der Laden zwar als Weinstube gelistet, es ist aber ein kleines Restaurant. Die Preise sind etwas gehobener als im Melilotos, die Küche ist aber trotz alledem sehr gut und bei 16 € für einen Black Angus Burger kann man nicht meckern.

Wir waren außerdem im Nikkei. Das Konzept hier ist die Kombination von peruanischer und japanischer Küche. Keine Ahnung, wie man darauf kommt und warum man das dann ausgerechnet in Griechenland umsetzt. Aber die Strategie scheint aufzugehen, denn ohne Reservierung bekommt man hier nur schwer einen Tisch. Das Ambiente ist super schön und das Essen ist sehr lecker. Allerdings sind die Preise dafür schon etwas hoch und die Portionen nicht unbedingt groß, aber das ist ja nun mal so mit der Haute Cuisine. Ich habe mir dort einen Lachs mit Mango-Reis gegönnt, war nach der Portion für knapp 30 € aber leider nicht ganz satt. Bekannt ist das Nikkei wohl ebenfalls für sehr gute Cocktails, die an der Bienenstock-förmigen Bar gemixt und ausgeschenkt werden.

 

Sightseeing

Akropolis

In knapp 4 Tagen, während denen man zudem noch von morgens bis abends berufsbedingt eingespannt ist, bleibt natürlich nicht viel Zeit für Sightseeing. Aber nach Athen zu fliegen ohne die Akropolis zu sehen, das wäre echt schade… wenn nicht sogar peinlich! Deshalb stand dieser Punkt ganz oben auf der Sightseeing-Agenda. Glücklicherweise ist das Gelände bis 20 Uhr geöffnet, allerdings werden die letzten Besucher um 19.30 Uhr eingelassen. Etwas erschrocken war ich über den Eintrittspreis von 20 €, wenn man allerdings bedenkt, in welcher finanziellen Lage sich der griechische Staat befindet, ist das schon nachvollziehbar. Wenn man noch ein bisschen mehr Zeit für die Stadtbesichtigung hat, gibt es außerdem ein Kombi-Ticket, das 5 Tage am Stück gültig ist und außerdem freien Zutritt zu weiteren Sehenswürdigkeiten wie der Hadrians Bibliothek und dem Olympieion gewährt (mehr Infos dazu hier).

Für den Besuch der Akropolis habe ich noch zwei nützliche Tipps:

  1. Um die teilweise 20-30 minütige Wartezeit an den Ticketschaltern zu sparen gibt es die Möglichkeit Online-Tickets über die Seite des Griechischen Ministeriums für Kultur und Sport zu erwerben.
  2. Mein zweiter Tipp ist festes Schuhwerk! Die Wege oben auf der antiken Stadtfestung sind nicht wirklich befestigt und es liegt überwiegend Rollsplit. Daher würde ich persönlich von Flipflops und Sandalen abraten und leichte Sneakers empfehlen, die staubig werden können.

Griechisches Parlament

Vergesst die Wachablösung vor dem Buckingham Palace in London! Mindestens genauso spannend ist die Zeremonie der griechischen Soldaten vor dem Parlament am Syntagma-Platz. Das Parlament war früher das Athener Stadtschloss und wurde 1836 vom bayerischen Prinzen Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach, dem ersten König von Griechenland, erbaut. Zu jeder vollen Stunde – und zwar rund um die Uhr – findet hier ein spektakulärer Wachwechsel statt. Sonntagsvormittags um 11 Uhr wir das Prozedere noch durch eine Parade mit musikalischer Begleitung ergänzt.

Lykabettus & Ágios Geórgios

Athen hat einen 277 m hohen Stadtberg, den Lykabettus. Der Überlieferung nach hat die Göttin Athene den Berg dorthin gebracht, um einen Schutzwall vor der Akropolis zu errichten. Man kann entweder mit der Seilbahn dort hinauffahren oder – am frühen Morgen oder Abend, wenn es nicht ganz so heiß ist – hinauf laufen. Der Fußweg dauert etwa 30 Minuten, ist zwar anstrengend, aber der Ausblick entschädigt für jeden Meter. Oben angekommen gibt es ein Restaurant (das ich persönlich nicht gut fand), eine Aussichtsplattform und die Ágios Geórgios Kapelle (aka Sankt-Georgs-Kapelle). Die kleine orthodoxe Kirche wurde 1870 dort oben erreichtet, wo zuvor ein Tempel für Zeus stand. Gegen eine kleine Spende kann man in der Kapelle eine Kerze entzünden und sich etwas wünschen (check!). Von der Aussichtsplattform kann man den phänomenalen Blick über ganz Athen genießen. Allerdings hat sich das wohl schon herumgesprochen: Auch hier oben sind einige Touristen unterwegs, also entweder ganz früh hierherkommen oder wahlweise ganz spät.

 

Athen hat definitiv einiges zu bieten! Mal ganz abgesehen von den vielen historischen Sehenswürdigkeiten, allein der Spirit dieser Stadt ist faszinierend! Obwohl man an jeder Ecke sehen kann, dass es dem Land finanziell nicht gut geht, haben die Griechen ihr sonniges Gemüt nicht verloren und tun alles dafür, um die Gastfreundschaft hochzuhalten. Für mich war es auf jeden Fall nicht der letzte Trip nach Athen. Allerdings würde ich für meinen privaten Urlaub eins der verlängerten Wochenenden im Mai wählen, wenn die Temperaturen noch nicht ganz so wahnsinnig hoch sind und man tagsüber noch die eine oder andere Sightseeing-Tour unternehmen kann.

 

Viele Grüße!

Ines