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Chicago – 2 Tage in der Windy City

 

Ich glaube, ich bin Euch noch mindestens einen Blog-Artikel schuldig! Im Trubel der Feiertage ist der Post über unseren Aufenthalt in Chicago irgendwie untergegangen. Und eh man sich versah, war plötzlich Neujahr und nun ist der Januar auch schon wieder um und ich hab immer noch nichts dazu geschrieben (#procrastination). Dabei schreit das lausig kalte Wetter da draußen ja förmlich danach – zumindest gedanklich – mal wieder in wärmere Gefilde zu reisen. Schnappt Euch also gerne eine Tasse heißen Tee, Kakao, Kaffee oder was auch immer Euch bei dem Wetter gut tut und kommt mit mir nach Chicago!

 

 

Wie ihr vielleicht aus den übrigen Reise-Artikeln bereits wisst, haben wir im letzten Sommer eine Mietwagenreise von Toronto nach Chicago unternommen: Nach einem einwöchigen Aufenthalt in Toronto und einer anschließenden, zweitägigen Fahrt mit dem Auto entlang der Großen Seen war Chicago das nächste Highlight der Reise. In der Metropole am Lake Michigan leben etwa 2,7 Mio. Menschen, womit Chicago die drittgrößte Stadt Amerikas ist. Maßgeblich geprägt wird sie zum einen vom Chicago River, der durch die Stadt hindurch fließt und ihr mit den kilometerlangen Uferpromenaden mit Parkanlagen, Restaurants und Bars ein ganz besonderes, maritimes Flair verleiht. Zum anderen ist Chicago für seine Architektur bekannt. 1885 sollen in der Stadt die ersten Wolkenkratzer gebaut worden sein. Kein Wunder also, dass sich ein Hochhaus an das nächste reiht und man die verschiedensten Baustile nebeneinander findet.

 

 

In Chicago gibt es einiges zu sehen! Da wir im Best Western Hotel River North in sehr zentraler Lage untergebracht waren, haben wir die Stadt größtenteils zu Fuß erkundet. Das ging genau wie in Toronto ganz problemlos, wenn man sich immer an der Lage des Sees orientiert. Da unser Aufenthalt dort leider nur 2 Tage dauerte, war es zunächst schwierig aus der Vielzahl der Möglichkeiten auszuwählen.Ganz oben auf meiner Liste stand eine Bootstour mit der Chicago’s First Lady Cruises. Die Schiffslinie bietet in Kooperation mit der Chicago Architecture Foundation Touren über den Chicago River an, bei denen Guides die einzigartigen Architekturstile und Geschichte zu den beeindruckenden Wolkenkratzern erklären. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten und bei Sonnenschein empfehle ich auf jeden Fall einen Sonnenhut und vor allem Sonnencreme. Ich habe das Wetter nämlich leider völlig unterschätzt und mir innerhalb kurzer Zeit den Sonnenbrand meines Lebens eingefangen. Auch für Architektur-Uninteressierte lohnen sich die knapp 50 Dollar pro Ticket, weil die Guides einiges über die Geschichte und die Entstehung der Stadt zu berichten haben.

 

 

Ein weiteres “Must see” war natürlich der Millenium Park, eine öffentliche Parkanlage am Rande der Innenstadt. Hier findet man die Cloud Gate, die Skulptur des britischen Künstlers Anish Kapoor, die aufgrund ihrer Form besser bekannt als “The Big Bean” bekannt ist. Als eines der Wahrzeichen der Stadt ist es fast unmöglich ungestört ein Foto vor der  Bean zu machen. Ich habe es sowohl morgens als auch abends probiert, keine Chance! – Es tummeln sich immer hunderte von Menschen davor, darunter oder daneben. Einige Meter weiter findet sich die Crown Fountain, die vor allem im Sommer ein beliebter Platz für Jung und Alt ist. Die Fountain besteht aus einem Platz aus schwarzem Granit, auf dem zwei 15m hohe Türme aus Glasbausteinen stehen. Auf die beiden Türme werden im Wechsel alle 5 Minuten Gesichter projiziert, die ganz langsam die Lippen spitzen und kurz vor Ende der Projektion wie antike Wasserspeier Wasser verspritzen. Bei 30 Grad Außentemperatur (im Juli) eine willkommene Erfrischung! Ein weiteres Highlight ist der Jay Pritzker Pavilion, eine riesengroße Konzertmuschel, wo das Grant Park Symphony Orchestra kostenlos Konzerte spielt oder auf der Rasenfläche Yoga-Kurse stattfinden.

 

 

 

Gegen Abend haben wir uns auf den Weg zum Skydeck im Willis Tower gemacht. Im 103. Stock des Gebäudes gibt es zwei Glasbalkone von denen man 412 Meter in die Tiefe und über ganz Chicago gucken kann. Da die Glasbalkone hoffnungslos überfüllt und die Warteschlangen unendlich lang waren, haben wir uns von dort aus den Sonnenuntergang angeguckt. Definitiv faszinierender als sich (mit Höhenangst) auf einen Glasboden in schwindelerregender Höhe zu stellen!

 

 

Zurück auf dem Boden der Tatsachen haben wir als nächstes die Buckhingham Fountain angesteuert, einen der größten Springbrunnen der Welt. Vom Millenium Park aus kann man ihn fußläufig in wenigen Minuten erreichen. Wir haben uns den Besuch für den späten Abend aufgehoben, weil er dann in verschiedenen Farben illuminiert ist. Trotz fortgeschrittener Stunde waren auch noch unzählige Touristen unterwegs, was dem Spektakel keinen Abbruch getan hat! Ausklang des Abends war danach noch der Besuch der Pizza Uno, dem Restaurant, das sich rühmt die Deep Dish Pizza erfunden zu haben. Anders als die Pizza, die wir kennen, wird diese in tiefen Formen gebacken und ist etwa 10 cm hoch. Dementsprechend lange muss man aber auch warten: mindestens 40 Minuten ab dem Zeitpunkt der Bestellung. Die Wartezeit hat sich dennoch gelohnt! Auch wenn die Pizza für meinen Geschmack etwas wenig gewürzt war, war sie doch sehr lecker und ein würdiger Abschluss des Tages.

 

 

Den zweiten Tag haben wir zunächst auf der Magnificent Mile gestartet. Die Einkaufsstraße ist – wie der Name bereits erahnen lässt – 1 Meile lang und führt vom Chicago River Richtung Norden. Mehr als 460 findet man auf der Magnificient Mile, dazwischen 275 Restaurants, 60 Hotels und unzählige weitere Attraktionen. Außerdem steht dort auch eines der ältesten Gebäude Chicagos’, der Old Water Tower, aus dem Jahr 1869, indem heute die Touristen-Information untergebracht ist.

 

 

Nach einem ausgiebigen Shopping-Trip sind wir anschließend  in Richtung Lake Michigan spaziert. Der See hat einen insgesamt über 45 km langen Badestrand, der in den Sommermonaten extrem gut besucht ist. Nicht nur die Strandpromenade, auch die Parkanlagen laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Nur ein paar Meter entfernt ist der Navy Pier, eine der größten Touristenattraktionen Chicagos, die sich über eine Landzunge von etwa einem Kilometer Länge erstreckt. Neben einem Kino, einem Riesenrad und dem Chicago Childrens Museum kann man vom Pier aus Sightseeing-Touren mit dem Boot unternehmen, mit dem Speedboat fahren oder an einer der Dinner Cruises auf einer eleganten Yacht teilnehmen. In den Sommermonaten gibt es am Navy Pier zwei Mal wöchentlich mittwochs und samstags ein Feuerwerk, das man sich auch von anderer Stelle aus sehr gut anschauen kann (mehr dazu gleich…). Da wir bis dahin noch einige Stunden Zeit hatten und uns nach der ganzen Lauferei der kleine Hunger befallen hat, ging es wieder zurück in die Innenstadt. Durch Zufall haben wir in einer Seitenstraße Molly’s Cupcakes entdeckt, einen Laden wo die sündhaftesten Cupcakes verkauft werden und man auf süßen Schaukeln Platz nehmen kann, während man auf seinen Kaffee wartet. Definitiv ein kleiner Geheim-Tipp!

 

 

Mit Zucker und Koffein versorgt ging es dann nochmal die Parkanlagen am Ufer des Chicago Rivers entlang bis es dunkel wurde. Und dann….wollten wir unbedingt das Feuerwerk am Navy Pier sehen. Aber aus einer anderen Perspektive. Eine Freundin hat mir zuvor den Tipp gegeben, den Signature Room at the 95th zu besuchen. Der Wolkenkratzer war mal das höchste Hochhaus der Welt und beherbergt ebenfalls eine Aussichtsetage, das Skydeck, im 94. Stock. Was die wenigsten wissen ist, dass sich ein Stockwerk höher eine Bar bzw. ein Restaurant befindet. Statt also 18,90 Dollar für den Besuch der 94. Etage auszugeben, kann man für das gleiche Geld eine Etage höher die gleiche Aussicht genießen, dazu einen Cocktail schlürfen und das Feuerwerk am Navy Pier beobachten! Wir hatten an dem Abend das besondere Glück sowohl die bunten Raketen zu sehen, als auch kurze Zeit später ein aufziehendes Gewitter – quasi mittendrin statt nur dabei- zu beobachten. Es ist schon etwas seltsam, wenn man das Gefühl hat, der Wolkenkratzer bewegt sich im stürmischen Wind. Da musste auf jeden Fall zur Beruhigung noch ein Cocktail bestellt werden.

 

 

Damit war unser 2-tägiger Aufenthalt in Chicago auch schon rum, denn am nächsten Tag ging es dann zurück nach Kanada. Diesmal allerdings in den frankokanadischen Teil, nämlich nach Montréal.  Mehr dazu im dazugehörigen Blog-Post…

 

Bis dahin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mit dem Auto von Toronto nach Chicago

 

Der Sommer ist schon eine Weile her und damit liegt unser Nordamerika-Trip auch schon ein bisschen zurück: Wir haben im Juli eine 16-tägige Reise nach Kanada und in die USA gemacht. Der erste Teil der Reise bestand aus einem 1-wöchigen Aufenthalt in Toronto, dem Besuch der Niagara Falls und Niagara-on-the-Lake. Anschließend sind wir mit dem Auto von Toronto über Sault Sainte Marie und Green Bay nach Chicago gefahren. Wir haben so einen „Roadtrip“ bereits 2015 gemacht – damals ging es allerdings von New York über Boston nach Montréal und zurück – und diese Art der Reise für uns entdeckt, weil man gefühlt einfach mehr von land und Leuten kennenlernt als in den Touristen-Hotspots.

 

 

Die erste Lektion habe ich bereits kurz nach dem Verlassen Torontos gelernt: Kanada ist groß und nicht alle Regionen sind von der „gastronomischen Infrastruktur“ her vergleichbar  mit dem, was wir von den Highways in den USA kannten (#firstworldproblems). Von der Reise in 2015 waren wir es noch gewohnt, dass man entlang des Highways immer wieder einen Starbucks oder McDonald’s findet, wo man – für europäische Verhältnisse trinkbaren – Kaffee bekommt. Für einen Kaffee-Junkie wie mich ist das nun mal essentiell (und schon wieder: #firstworldproblems). Nicht aber in Kanada! Kaum waren wir aus dem Dunstkreis von Toronto raus, zeigte das Navi den nächsten Starbucks in 256 km Entfernung an. Das mittags um 12 Uhr, nach einer wenig erholsamen Nacht und einem langen und anstrengenden Tag vor uns. Na gut…

 

 

Die erste Etappe führte uns von Toronto entlang des Lake Huron über Sudbury nach Sault Sainte Marie. Laut Navi eine Distanz von etwa 700 km und etwas über 7 Stunden Fahrtzeit. Aufgrund einiger Baustellen, Staus und den Pausen, die wir zwischendurch zum Verschnaufen eingelegt haben, kamen wir abends aber erst gegen 23 Uhr in unserem Hotel in Sault Sainte Marie an. Ich hab von diesem Teil der Reise auch leider kein einziges Bild, da wir halt gefühlt den ganzen Tag auf dem Highway verbracht haben und dieser leider erst hinter Sudbury landschaftlich schön wurde. Zu dem Zeitpunkt war es aber leider schon zu dunkel zum Fotografieren, deshalb zitiere ich an der Stelle die liebe Heidi mit den Worten „Ich habe heute leider kein Foto für Dich!“…

 

 

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück die Etappe Sault Ste. Marie – Green Bay auf dem Plan, das eigentliche Highlight der Aktion. Zum Glück waren das nur noch 450 km, die uns bei schönstem Wetter entlang der Küste des Lake Michigans führten. Der Lake Michigan ist mit einer Fläche von 58.016 km² der drittgrößte der fünf Großen Seen, und der einzige, der sich nur auf amerikanischem Terrain befindet. Flächenmäßig ist er sogar größer als die Schweiz. Das wurde uns aber auch erst bewusst, als wir am Ufer standen und den Eindruck hatten, wir sind am Meer. Die Küstenstraße war wirklich wunderschön und bis auf einen traurigen Moment – nämlich ein totes Schwarzbärenbaby am Straßenrand – ein echtes Erlebnis. Wir kamen gegen 17 Uhr in Green Bay an und hatten so noch genug Zeit, uns ein bisschen von der Stadt anzusehen. Die Reiseagentur, über die wir uns die Reise zusammengestellt haben, hat uns in einem wirklich schönen Hotel, mit einem imposanten Atrium-artigen Innenhof und sehr nettem Personal, einquartiert. Hängengeblieben sind wir nach einem Spaziergang durch die Straßen der Stadt allerdings am Hafen des Fox Rivers. Bei einem Cider und Live-Musik im Restaurant Hagemeister Park, haben wir stundenlang die vorbeifahrenden Schiffe beobachtet und den Tag ganz entspannt ausklingen lassen.

 

 

Von Green Bay aus starteten wir dann am nächsten Tag in Richtung Chicago. Dies war mit 335 km der kürzeste und – ich muss es leider sagen – unspektakulärste Teil der Strecke, den wir aber aufgrund eines spontanen Besuchs in einem Outlet Centers etwas in die Länge gezogen haben. In den Staaten findet man entlang der Highways immer mal wieder Outlets. Der Besuch lohnt sich. Die Kleidung ist dort generell wesentlich günstiger und oftmals bekommt man auf bereits reduzierte Ware noch einen weiteren Nachlass. Dieses Jahr habe ich ein Tommy Hilfiger Kleid aus weißer Spitze für umgerechnet 37 € ergattert, da auf den Verkaufspreis nochmal 40 % Rabatt hinzukamen. Da lohnte sich auch der 2-stündige Zwischenstopp. In diesem Sinne einen schönen Restsonntag! Wir sehen uns wieder in … Chicago.

 

 

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Fudge und Wein in Niagara-on-the-Lake

 

Irgendwie war in den letzten Wochen mal wieder wenig Zeit zum Bloggen. Da kommt mir das schlechte Wetter draußen gerade recht, um mal wieder die Festplatte nach Bildern zu durchstöbern und da weiter zu machen, wo ich vor fast 4 Wochen mit dem Artikel über Niagara Falls aufgehört habe. Shame on me… Also: Drehen wir die Zeit einige Monate zurück bis zu einem wunderschönen Sonntag in Niagara Falls bei 25 Grad und Sonnenschein:

 

 

Folgt man dem Niagara River von den Wasserfällen aus stromabwärts, so gelangt man zu einer überdimensionalen Blumenuhr. Die Floral Clock ist Teil eines botanischen Gartens und besteht aus über 16.000 Blumen und Pflanzen. Zwei Mal im Jahr erhält sie ein neues Gesicht, wenn das Ziffernblatt neu bepflanzt wird. Sie gehört zu den Sightseeing-Attraktionen der Region und ist daher auch immer sehr gut besucht. Da wir dort nur einen etwa 15-minütigen Zwischenstopp gemacht haben, blieb leider nicht viel Zeit zum Erkunden des restlichen Gartens.

 

 

Weiter entlang dem Niagara Parkway mit seinen wunderschönen, freistehenden Häusern (Anwesen trifft es wohl eher) erreicht man Niagara-on-the-Lake: Ein kleines historisches Städtchen, das 2003 zu einer National Historic Site of Canada erklärt wurde. Viele der Häuser stammen noch aus dem 19. Jahrhundert, nachdem die Stadt von US-Truppen angegriffen und zerstört wurde. Großbritannien half beim Wiederaufbau und so hat Niagara-on-the-Lake mit seinen etwa 15.000 Einwohnern und den bunten Häusern aus Backstein oder Holz noch viel vom Charme der alten Zeit behalten.

 

 

Der Ortskern besteht aus mehreren (überschaubaren) Straßenzügen mit eben diesen wunderschönen alten Häusern und Geschäften, in denen man regionale Spezialitäten wie Fudge oder Wein kaufen kann. In dem Maple Leaf Fudge Shop habe ich übrigens auch den Fudge gekauft, den ich in den Walnuss-Muffins verarbeitet habe. Der Toffee ist in unzähligen Geschmacksrichtungen erhältlich, kostet etwa 5,50 $ pro Stück und ist das perfekte Mitbringsel für Zuhause.

 

 

Ein Geheim-Tipp von unserem Guide John ist das Prince of Wales Hotel, mitten im Zentrum auf der Picton Street. Das Hotel ist im viktorianischen Stil eingerichtet, mit alten Möbeln und einem aufwendigen Parkettboden, der über 1 Millionen kanadische Dollar gekostet haben soll. Ein kurzer Blick in die Lobby oder auch ein Besuch im ausgezeichneten Restaurant lohnen sich!

 

 

Die Region Niagara ist bekannt für hervorragende Weine und vor allem für ausgezeichneten Eiswein. Deshalb darf bei einer Tour durch Niagara der Besuch einer der vielen Wineries nicht fehlen. Wer allerdings wie wir aus einer Weinbauregion kommt (#firstworldproblem), wird eventuell etwas verwundert sein: Wir haben als Abschluss unserer Tour die Pillitteri Winery besucht. Das, was man hierzulande unter einer Weinprobe kennt, ist dort eine etwa 15-minütige Verkaufsveranstaltung, bei der man zwei Weinsorten probieren darf. Wer darüber hinaus den berühmten Eiswein kosten möchte, muss für etwa 0,1l (also etwa ein halbes Weinglas) 4 Dollar zahlen. Ich war erst ein wenig irritiert, da ich von unseren Winzern etwas anderes gewohnt bin. Wenn man allerdings bedenkt, dass eine Flasche mit 0,375l Inhalt des kostbaren Zeugs etwa 70 Dollar kostet, ist es natürlich nachvollziehbar, dass der Eiswein nicht umsonst ausgeschenkt wird. Nichtsdestotrotz war er aber jeden Cent wert. Auch wenn ich mich dann doch lieber für ein Glas Senf mit Ahorn-Sirup als Souvenir entschieden habe.

 

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Niagara Falls – Tosende Wassermassen und eine Lektion fürs Leben

Die Niagara Falls (spricht sich übrigens Neijägra Folls) sollten eigentlich ein Highlight des Nordamerika-Trips werden: In unzähligen Reportagen habe ich die beeindruckenden Wasserfälle bisher gesehen und immer gedacht, dass ich da unbedingt hin muss. Im Fernsehen sah es halt auch immer aus als ob dieser riesige Fluss durch die unberührte Natur fließt und dann in diesen gigantischen Fällen mündet. Tut er auch, aber…: Was ich mir als Naturschauspiel vorstellte, zeigte sich vor Ort leider als kleine Ernüchterung. Versteht mich nicht falsch, es ist natürlich sehr beeindruckend, mit welcher Wucht dort die 2832 Kubikmeter Wasser pro Sekunde hinunterstürzen. Es war eher das Drumherum, das mich ein wenig enttäuscht hat…

Aber fangen wir von vorn an: Der Niagara River verbindet zwei der Großen Seen Nordamerikas, nämlich den Ontario- mit dem Eriesee, und bildet die natürliche Grenze zwischen Kanada und den USA. An den Niagarafällen stürzt der Fluss entlang der zu den USA gehörenden American Falls und den Bridal Veil Falls sowie den kanadischen Horseshoe Falls in die Tiefe. Die kanadische Seite ist etwas höher gelegen, dort beträgt die Fallhöhe etwa 57 m, auf der amerikanischen Seite sind es „nur“ zwischen 21 m und 34 m. Wie uns unser (kanadischer) Tour-Guide John erzählte, sind die amerikanischen Fälle zum Leidwesen der Amerikaner wesentlich kleiner als die kanadischen, nämlich etwa 260 m breit, und auch nur von der kanadischen Seite aus zu sehen. Die Amerikaner müssen also die Grenze passieren, um ihren Teil der Wasserfälle bestaunen zu können. Da hat Kanada einen klaren Vorteil: Die Horseshoe Falls sind –wie der Name bereits erahnen lässt- hufeisenförmig. Man kann das ganze Spektakel also ohne Weiteres von der kanadischen Seite betrachten, wenn die tosenden Wassermassen entlang der 670 m langen Kante herunterfallen. Soweit, so gut.

Mir war vorher durchaus bewusst, dass die Niagara Falls ein absolutes Touristen-Highlight sind (18 Millionen Besucher pro Jahr). In meiner Erwartung befand sich dieses Highlight irgendwo im Nirgendwo. Das Nirgendwo stellte sich aber leider als Miniatur Las Vegas heraus: Entlang des Ufers reiht sich ein Hotel an das andere. Die Innenstadt von Niagara Falls (auf der kanadischen Seite) ist ein kleiner Vergnügungspark mit Casinos, Spielautomaten und allem Drum und Dran. Das mag dem Einen oder Anderen gefallen, war aber nichts für mich. Auch die Bootstour zu den Fällen fand ich etwas enttäuschend. Man kann mit einem der Hornblower Boats bis kurz vor die Fälle fahren und sich diese aus direkter Nähe ansehen. Theoretisch…! Der ganze Spaß kostet 26 kanadische Dollar und man wird mit gefühlt 700 anderen Touries auf ein Schiff gepfercht, in einen pinken Regen-Poncho gesteckt und tuckert dann etwa 20 Minuten über den Fluss. Wenn man schnell genug aufs Boot gekommen ist, hat man eventuell das Glück (oder auch Pech) in der ersten Reihe, direkt an der Reling zu stehen. Falls nicht, kann man während der ganzen Bootstour versuchen, über die hunderte von in die Luft gestreckten Smartphones und Kameras einen Blick auf die Wasserfälle zu erhaschen. Direkt vor den Niagara Falls sieht man vor lauter Wassernebel kaum etwas, wird von der Gischt einmal komplett durchnässt und verliert wegen den 699 anderen, kreischenden  Bootsinsassen fast das Gehör. Das Boot hupt vor den Wasserfällen einmal und fährt wieder zurück. Das war‘s. An der Anlegestelle angekommen, muss man in Windeseile das Boot verlassen und den Regen-Poncho abgeben, weil dort schon wieder Massen von anderen Touristen stehen. Zudem ,es tut mir leid das zu sagen, aber-das Wasser im Fluss riecht etwas unangenehm und an den Flussufern setzt sich seltsamer weißer Schaum ab.

Die Nigarafälle sind trotz alledem sehr beeindruckend, aber ich persönlich glaube, dass ich mit einer anderen Erwartungshaltung auf dieses Boot gegangen wäre, wenn ich vorher gewusst hätte, worauf ich mich einlasse. Das soll jetzt in keinster Weise heißen, dass sich ein Besuch dort nicht lohnt. Ich will nur sagen, dass man – wie im normalen Leben auch- oft durch die eigenen, falschen Erwartungen enttäuscht werden kann. Wenn man ganz unvoreingenommen reist, kann man die Attraktionen viel besser genießen und sich auch eher positiv überraschen lassen. Aber vielleicht ist auch das eine Lektion im Leben, die man erst durchs Reisen lernt.

 

In diesem Sinne ein schönes, unvoreingenommenes Wochenende!

 

 

 

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Toronto – Liebe auf den zweiten Blick

 

Unser Kanada- und USA-Trip ist nun schon eine Weile her (Juli) und ich habe wirklich überlegen müssen, ob ich den Blog-Beitrag dazu noch schreibe oder nicht. Aber es wäre schade, wenn ich die Bilder, Eindrücke und Erfahrungen nicht teilen würde. Also…

Toronto war Liebe auf den zweiten Blick. Als europäische Durchschnittstouristin bin ich es bis dato gewohnt gewesen, in komfortablen Hotels in direkter Innenstadtlage zu „residieren“ (#firstworldproblems). Das war in Toronto leider nicht möglich beziehungsweise lag nicht in meinem Reisebudget für einen einwöchigen Aufenthalt. Wir haben daher ein Zimmer in einem der unzähligen Guest Houses der Stadt gebucht. Das Haus lag in einer Nebenstraße in Upper Jarvis, das Zimmer war ein etwa 15 qm großer Raum. Zwar mit eigenem Bad, das war aber irgendwie mitten ins Zimmer gemauert. Der erste Eindruck war also nicht der beste und ich habe mich am Ende des ersten Tages wirklich gefragt, ob das so eine gute Idee war.

 

Ausblick vom “The 180”

 

Der zweite Tag brachte – zum Glück – die Wende: Wir kennen zum Glück einen sehr lieben Menschen (und den besten Touri-Guide) in Toronto, die uns an die Hand genommen und uns ihre Heimatstadt gezeigt hat. Der Startpunkt der Tour war schon genial gewählt: „The One Eighty“, eine Bar beziehungsweise ein Restaurant im 51. Stock des Manulife Centers mit direktem Blick auf die Skyline und den Lake Ontario, bei Margaritas und Pizza. Mittags um 12 Uhr wohlgemerkt, aber in Deutschland war es dank Zeitverschiebung ja quasi schon 18 Uhr. Also who cares?!

 

Kensington Market

 

Kensington Market

 

Nach diesem beeindruckenden Ausblick, der eine ganz neue Perspektive und Meinung über die Stadt eröffnete, ging es dann zur eigentlichen Besichtigungstour. Erster Stopp: Kensington Market. Eingetaucht in das alternative Flair dieses Viertels mit den vielen bunten Häusern, den einzigartigen Bars, Restaurants und Second-Hand-Läden und immer eingehüllt von dem Duft von Räucherstäbchen, frisch gemahlenem Kaffee und Mitteln, die hierzulande unters Betäubungsmittelgesetz fallen würden, war die anfängliche Skepsis gegenüber Toronto verflogen. Es mag auch an unserem besonderen Guide gelegen haben, die uns mit großer Begeisterung ihre Heimat gezeigt hat, aber spätestens am zweiten Abend hatte mich Toronto überzeugt.

 

Chinatown

 

In den folgenden Tagen habe ich mir so viel wie möglich angesehen. Vieles zu Fuß, da die Stadt auf der Karte viel größer erscheint als sie tatsächlich ist, alles andere mit dem gut vernetzten Nahverkehrssystem. Auch das habe ich erst nach einigen Tagen zu schätzen gelernt, denn in Toronto gibt es nur vier U-Bahn-Linien. Gerade mal zwei davon durchqueren die Innenstadt: Die 1 (gelbe Linie) in einer U-förmigen Anordnung und die 2 (grün) horizontal. Dazwischen fahren Straßenbahnen oder Busse von Norden nach Süden oder von Westen nach Osten. Alles ausgehend vom Lake Ontario, dem kleinsten der fünf nordamerikanischen Seen. Grundsätzlich ist der See immer ein guter Anhaltspunkt, um sich in Toronto zu Recht zu finden, denn er liegt südlich der Stadt und ist eine prima Orientierungshilfe.

 

Sugar Beach

 

Der Lake Ontario prägt maßgeblich das Flair von Toronto, sorgt zum einen für angenehm warmes, zeitweise sogar heißes Klima in den Sommermonaten (bis zu 35 ° Celsius) und speichert die Wärme für die kältere Jahreszeit, so dass es nicht arktisch kalt wie in anderen Regionen Kanadas wird und der Region sogar regelmäßige Eiswein-Ernten ermöglicht. Die Kehrseite der Medaille sind allerdings heftige Schneefälle im Winter, durch den sogenannten lake effect (mehr dazu unter http://www.beste-reisezeit.org/pages/amerika/kanada/toronto.php).

 

Toronto Town Hall

 

In Toronto gibt es einiges zu sehen. Angefangen bei den unterschiedlichen Vierteln wie Kensington Market, Chinatown, Little Italy, dem Fashion District entlang der Queen Street oder dem Shopping District in Downtown. Hier kann man sich zum Beispiel bei schlechtem Wetter die Zeit im Eaton Centre oder in den anderen unterirdischen Shopping-Malls vertreiben. Etwas exklusivere Shopping-Möglichkeiten gibt es im nördlichen gelegenen Yorkeville, entlang der Bloor Street, die auch gerne als die kanadische Antwort auf die Fifth Avenue in New York bezeichnet wird. Hier reiht sich ein Designer Store an den nächsten.

 

Royal Ontario Museum

 

Wer sich eher mit Kunst & Kultur beschäftigen möchte, kommt bei den verschiedenen Museen Torontos auf jeden Fall auf seine Kosten: Das Royal Ontario Museum beherbergt eine große völkerkundliche Sammlung mit Dinosauriern, zur Geschichte und Kultur der verschiedenen Kontinente und natürlich der Geschichte, Kultur und Artenvielfalt Kanadas. Das Gebäude ist allein schon ein Highlight, weil es 2006 nach dem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind umgebaut wurde und jetzt ein riesengroßer Kristall aus der Fassade ragt. Auch die Art Gallery of Toronto ist durch ihre besondere Architektur kaum zu übersehen. Sie ist eines der größten Museen Nordamerikas und zeigt kanadische und europäische Kunst. Darüber hinaus gibt es natürlich noch weitere, diese alle aufzuzählen würde den Umfang des Artikels aber sprengen.

 

Casa Loma

 

Sehenswert fand ich auch die Casa Loma, ein Herrenhaus, das nach dem Vorbild europäischer Schlösser nachgebaut wurde und als das einzige Schloss Nordamerikas gilt. Von 1911 bis 1914 errichtet, hat der Prachtbau schon zu damaligen Zeiten 3,5 Millionen kanadische Dollar gekostet. Hausherr Henry Pallett musste aber nach dem ersten Weltkrieg wieder ausziehen, da er während der Wirtschaftskrise große Teile seines Vermögens verloren hatte. Mittlerweile ist sie im Besitz der Stadt Toronto und der Öffentlichkeit als Museum zugänglich. Immer wieder dient sie auch als Schauplatz für diverse Filme wie zum Beispiel der X-Men-Reihe. Da sie zu den meistbesuchtesten Attraktionen von Toronto zählt empfehle ich – wie bei allen anderen Touristenmagneten – den Besuch auf den frühen Morgen, direkt nach Eröffnung zu legen.

 

Distillery District

 

Zwei meiner persönlichen Highlights waren der St. Lawrence Market sowie das Distillery District. Ersterer ist eine große Markthalle, in der man alle möglichen Lebensmittel, Gewürze und Speisen aus allen Herren Ländern probieren und kaufen kann. Das Distillery District ist – wie der Name bereits vermuten lässt – eine ehemalige Distillerie, auf deren Gelände nun einzigartige Shops und Restaurants untergebracht sind. Definitiv einen Besuch wert!

 

Dog Fountain

 

Iron Building

 

Market Street Catch

 

Für mich war das bestimmt nicht mein letzter Besuch in Toronto. Zum Einen habe ich nach einer Woche noch lange nicht alles gesehen, obwohl ich von morgens bis abends unterwegs war. Zum Anderen bin ich völlig begeistert von den Kanadiern, die einfach so unfassbar nett und zuvorkommend sind, dass wir uns bei Weitem eine Scheibe davon abschneiden können.

 

Yonge Dundas Square

 

CN Tower

 

Aussicht vom CN Tower

 

Billy Bishop Airport

 

Allan Gardens

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Wien – Meine Top 3

 

Wien – Bundeshauptstadt Österreichs, kaiserliche Residenzstadt, Heimat des echten Wiener Schnitzels und meine absolute Lieblingsstadt! Keine andere Metropole besitzt so viel Schönheit und Flair oder bietet ein so reichhaltiges Angebot an Kunst & Kultur. Hier ist meine Top 3 der schönsten Wiener Locations:

 

#1 Schloss Schönbrunn

Der ehemalige kaiserliche Sommersitz der Habsburger gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die wohl meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Wien. Das Schloss hat insgesamt 1.441 Räume, von denen 45 besichtigt werden können. Aber auch außerhalb des gelben Prachtbaus gibt es einige Attraktionen, die es zu besuchen lohnt: Angefangen bei dem wunderschönen Schlosspark mit dem Irrgarten, der Gloriette und dem Kronprinzengarten, dem Tiergarten sowie dem Palmen- und dem Wüstenhaus. Das ganze Jahr über beeindrucken die gepflegten Parkanlagen und laden zum Spazieren und Verweilen ein. In der Vorweihnachtszeit findet im Schlosshof ein wunderschöner Christkindlmarkt statt.

Schönbrunner Schlossstraße, 1130 Wien                           U-Bahn-Haltestelle: Schönbrunn

https://www.schoenbrunn.at/

 

Schloss Schönbrunn in Wien: Sommersitz des Habsburger Kaiserpaares Elisabeth und Franz

 

Der Eingang zum Schlosspark von Schönbrunn

 

Der Schlosspark mit Neptunbrunnen und Gloriette im Hintergrund

 

Rosenbogen im Schlosspark von Schönbrunn

 

Der Neptunbrunnen im Schlosspark von Schönbrunn

 

Die Gloriette auf dem Schönbrunner Berg

 

Schön bis ins kleinste Detail

 

#2 Der Wiener Naschmarkt

Ein Trip nach Wien ohne einen Abstecher zum Naschmarkt ist eigentlich undenkbar! Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich nach 5 Besuchen in Wien immer noch nicht das Belvedere gesehen habe: weil der Besuch der Marktstände zwischen der Linken und Rechten Wienzeile halt immer dazu gehört und dafür meist das Belvedere wieder aus der Planung fällt. Der Name ist Programm und Naschen auf jeden Fall erwünscht! Von den verschiedensten Obst- und Gemüsesorten, über Fleisch, Geflügel und Fisch bis hin zu Nüssen, Trockenobst, Gewürze aus aller Herren Länder und süßen Gaumenfreuden. Aber auch Hochprozentiges, erlesene Weine und unzählige Teesorten – Hier gibt es alles, was das kulinarische Herz begehrt.

Der Naschmarkt hat eine lange Tradition, seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es diese Wiener Institution schon an diesem Ort. Im Laufe der Zeit sind zu den Verkaufsständen auch Restaurants hinzugekommen. So kann man nach dem Bummel über den Markt in einem der vielen Cafés und Restaurants zu Mittag essen. Auch hier gibt es eine breite Auswahl: Von der traditionellen Küche über asiatische Spezialitäten, aber auch mediterrane oder orientalische Köstlichkeiten findet man zuhauf.

 

Wienzeile, 1060 Wien                                  U-Bahn-Haltestelle: Kettenbrückengasse

http://www.wienernaschmarkt.eu/

 

Der Wiener Naschmarkt zwischen der Linken und Rechten Wienzeile

 

Obst oder Gemüse: Der Naschmarkt hat alles, was das kulinarische Herz begehrt!

 

Obst- und Gemüsestand auf dem Naschmarkt

 

Bei Staud’s gibt es Gelees und Konfitüren, aber auch besonderen Essig und hervorragende Öle

 

Essen bei Neni: Im Ofen gegarte Auberginen (Melanzani) mit selbstgebackenem Fladenbrot

 

Essen bei Neni – Teil 2: Würziges Baba Ganoush, ein Dip aus Auberginen und Sesampaste, serviert mit Fladenbrot

 

#3 Wiener Rathaus

Ich kann mir die Fragen fast denken, die bei diesem Titel aufkommen: Wieso denn das Rathaus? – Ganz einfach: Nicht nur, dass die Schönheit im Neugotischen Stil allein für Architektur-Liebhaber ein wahres Highlight ist, sie hat darüber hinaus auch noch einiges zu bieten. Das Rathaus beziehungsweise die Fläche davor ist über das Jahr verteilt oft Schauplatz von Veranstaltungen: Im Winter beherbergt der Wiener Rathausplatz einen der schönsten Christkindlmärkte der Stadt. Neben unzähligen Ständen ist das Rathaus hell be- und erleuchtet und die Bäume in den Parkanlagen mit riesengroßen Lampions geschmückt. Im Sommer finden hier Festivals zu Film, Musik und Genuss statt – zum Beispiel das Street Food Festival im Juni. Und das Beste daran: Der Eintritt ist frei! Eine Übersicht über die Veranstaltungen findet ihr hier.

Friedrich-Schmidt-Platz 1, 1010 Wien                                U-Bahn-Haltestelle: Rathaus

http://www.wiener-rathausplatz.at/

 

Das Wiener Rathaus: Eine barocke Schönheit im Neugotischen Stil

 

Die detailreiche Fassade des Wiener Rathauses

 

Das Wiener Rathaus beim Street Food Festival im Sommer 2017

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Mallorca – Unterschätzte Schönheit mit vielen Gesichtern

 

Wie oft habe ich Menschen sagen hören, dass Mallorca so viel mehr ist als der Ballermann. Trotzdem denkt man doch immer zuerst an volltrunkene  Party-Touristen, die am Strand Sangria aus Eimern trinken. Klassisches Vorurteil! Über 12 Tage haben wir mit dem Mietwagen die Insel erkundet und uns so viel wie möglich angesehen. Wie immer, hat die Zeit leider nicht gereicht, um alles zu sehen. Irgendwie ist dann doch immer alles  grösser, als man ursprünglich gedacht hat und es gibt so viel zu sehen. So auch auf Mallorca!

 

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Jeden Morgen zum Kaffee gratis dazu: Der Blick auf den Hafen von Cala Figuera

 

Wir haben in Cala Figuera, einem Fischerdörfchen an der Südostküste, gewohnt. Das kleine Örtchen hat etwas über 700 Einwohner und liegt etwa 60 km von Palma entfernt. Für den Durchnittsdeutschen ist das eine Strecke, die man durchaus „mal eben“ in einer halben Stunde zurücklegen kann. Auf Mallorca sieht das aber dann wieder etwas anders aus! Es gibt nur einige wenige Autobahnen auf der Insel, auf denen man maximal 120 km/h fahren darf. Ansonsten führen Landstraßen über das weite Land, Tempolimit: zwischen 60 und 90 km/h. Da kann die „kurze“ Fahrt nach Palma auch schon mal eine Stunde dauern. Generell haben wir einige Tage gebraucht, um uns mit dem Straßennetz und unserem Navi zurechtzufinden. So sind wir das eine oder andere Mal dank besagtem Navigationssystem in extrem schmalen Gässchen gelandet, bei denen man schon sehr daran gezweifelt hat, dass auch nur ein Auto durchfahren kann. Und dann kam uns meist noch jemand entgegen! Aber die etwas andere Art zu reisen hat halt auch Vorteile: Entschleunigung ist hier das Zauberwort! Und man kann während der Autofahrt die wunderschöne Landschaft genießen.

 

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Sieht aus wie Eis: Salzberge in der Saline von Es Trenc

 

Unsere Tagesplanung sah meist so aus, dass wir morgens einen der empfohlenen Märkte in den größeren Städten angesehen haben und durch die kleinen Gassen geschlendert sind. Gegen Mittag, wenn die Geschäfte wegen der Siesta geschlossen sind, haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht um den Nachmittag an einem der Bilderbuch- Strände zu verbringen, die überall entlang der Küsten zu finden sind.

 

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In den Gassen von Sóller

 

Von allen kleineren mallorquinischen Städten hat mich vor allem Sóller begeistert. In der kleinen Stadt im Nordwesten Mallorcas war der Markt auch noch ein richtiger Markt, wo man größtenteils Obst und Gemüse kaufen konnte. Dazu gab es noch einige Stände mit Kunsthandwerk. Auch in den kleinen Gassen waren unzählige kleine, liebevoll eingerichtete Boutiquen und Geschäfte  mit kreativem und abwechslungsreichem Angebot. Auf den Märkten in Manacor, Felanitx, Santanyi und Sineu gab es für mein Empfinden einfach unfassbar viel Ramsch wie seltsame, zusammenklappbare Obstkörbe aus Bambus und gefälschte Designer-Handtaschen, soweit das Auge reichte. Seitdem sehe ich auch jede Michael Kors Tasche auf der Straße mit ganz anderen Augen…

 

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Liebevoll dekorierter Innenhof einer Boutique in Sóller

 

Natürlich stand auch ein Ausflug nach Palma auf dem Programm! Die Balearen-Hauptstadt bezaubert nicht nur mit vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel der Kathedrale La Seu oder dem Castell de Bellver, auch hier haben mich die kleinen verwinkelten Gässchen der Altstadt in ihren Bann gezogen. Nach dem mehrstündigen Spaziergang haben wir auf der Carrer Unió die Konditorei Forn Fondo entdeckt und dort bei einem Kaffee und einem Stück mallorquinischen Mandelkuchen etwas Kraft für die weitere Etappe getankt. Leider hat der Akku der Kamera sich kurz vorher verabschiedet, deshalb habe ich leider kein Foto von dem kulinarischen Highlight.

 

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Die Kathedrale La Seu, Wahrzeichen von Palma de Mallorca

 

Eine kleine Überraschung gab es für uns noch ein paar Tage vor Abreise: Auf der Karte, die uns unser Reiseveranstalter zur Verfügung gestellt hat, war ein sehr imposanter Felsbogen zu sehen, den wir unbedingt besichtigen wollten.  Leider war das Bild etwas unglücklich unter einem Beitrag zum Torrent de Pareis positioniert. Wir waren also der festen Überzeugung, dass wir diesen Bogen auch dort finden. Nach der einstündigen Fahrt von Sollér über die legendäre, weil sehr steile und serpentinenreiche Küstenstraße MA-10 nach Sa Calobra, bei der ich gefühlt zehn Mal kurz vor dem Herzinfarkt stand, kam dann ein kurzer Moment Ernüchterung, weil weit und breit kein Felsbogen zu sehen war. Dafür hat mich der Torrent de Pareis aber dann entschädigt. Der Sturzbach ist ein Naturdenkmal und mündet dort in einer wunderschönen Felsenschlucht ins Meer. Von Mai bis Oktober führt der Bach kein Wasser und man kann durch ihn hindurch wandern. Absolut sehenswert!

 

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Felsenschlucht im Torrent de Pareis

 

Besagten Felsbogen haben wir dann aber durch Zufall doch noch entdeckt: Neben einer unserer liebsten Badebuchten, der Cala Santanyi, thront er im Meer, der Es Pontas. Der Sonnenaufgang, den wir uns am letzten Morgen von dort aus angesehen haben, war definitiv ein würdiger Abschluss der Reise.

 

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Sonnenaufgang am Es Pontas

 

Dinge, die ich auf Mallorca gelernt habe:

  1. Alle Wege führen nach Palma
  2. Unterschätze niemals kurze Distanzen!
  3. Spanische Oliven könnten irgendwann mal meinen finanziellen Ruin bedeuten.

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