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Kanada

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Glutenfreie Pancakes aus nur drei Zutaten

Gesunde Ernährung ist auch hier ein großes Thema – wenn halt die vielen kleinen Sünden in Form von Kuchen und Süßigkeiten nicht wären! Deshalb versuche ich immer mal wieder gesündere Alternativen zu finden, bei denen man auf Industriezucker und Mehl verzichten kann. Aber was wäre ein sonniger Sonntagmorgen ohne Pancakes?! Diese hier sind sehr fluffig, zucker- und glutenfrei und ganz easy-peasy zuzubereiten: In weniger als 20 Minuten und ganz ohne Aufwand. Man braucht weder einen Handmixer, noch muss man aufwendig Eier trennen, um sie anschließend in unterschiedlichen Schüsseln aufzuschlagen, und steht schließlich auch nicht vor einem riesigen Berg schmutzigen Geschirrs oder in einer Küche, die einem Schlachtfeld gleicht. Hoffe ich zumindest… Klingt also nach einem entspannten Frühstück, oder?

Da die Pancakes nur aus Kokosmehl, Eiern und einer reifen Banane bestehen, brauch man sich auch nicht ganz so viele Sorgen um die Kalorien-Bilanz zu machen. Und damit das ganze auch noch einen Touch Nachhaltigkeit bekommt, habe ich bei diesem Rezept auch noch die etwas reiferen Bananen verarbeitet, die sonst vielleicht in der Tonne gelandet wären. Also glutenfrei: check! Zuckerfei: check! Nachhaltig: check! Na dann mal ran an den Herd!

 

 

Vorbereitung: ca. 5 Minuten

Zubereitungszeit: 15 Minuten

 

Zutaten für 4 kleine Pancakes:

1 reife Banane

2 Eier

1 Esslöffel Kokosmehl

Kokosöl für die Pfanne

 

Zum Garnieren:

Ahornsirup

Erdnussmus (zuckerfrei)

 

 

Zubereitung:

  1. Die Banane schälen und mit der Gabel klein drücken.
  2. Die beiden Eier unterrühren.
  3. Den Esslöffel Kokosmehl untermischen.
  4. Vier kleine Pfannkuchen in eine heiße, mit Kokosöl gefettete Pfanne geben. Von jeder Seite etwa 3-4 Minuten braten.
  5. Die fertig gebratenen Pancakes mit Ahorn-Sirup oder Erdnussmus servieren.

 

Food

Pouding Chômeur – Kanadischer Dessert-Kuchen mit Ahorn-Sirup

 

Einen fröhlichen 1. Advent! Da mal wieder Sonntag ist, wird es höchste Zeit für einen neuen Blog-Post.  Bevor ich euch aber – wie neulich angekündigt – im  nächsten Artikel nach Chicago entführe, hab ich noch ein kleines Souvenir aus Kanada mitgebracht: Ein Rezept für Pouding Chômeur. Das ist ein Rührkuchen, der in ( ja, richtig gelesen!) einer Sauce aus Ahorn-Sirup und Sahne gebacken wird. Dadurch wird der Teig schön fluffig und saftig und erhält einen intensiven Karamell-Geschmack. Der Kuchen war ursprünglich ein Dessert für arme Leute und ist in den 1930er Jahren entstanden, als die Weltwirtschaftskrise Kanada erreichte. Er kombiniert einfache Zutaten wie Zucker, Mehl, Eier und, für Kanada ganz typisch, Ahorn-Sirup. Dieser gibt der Sauce auch diesen karamelligen Geschmack. Man serviert den Pouding Chômeur am besten noch warm, zu Kaffee, Tee oder auch heißer Milch. Er eignet sich also ideal für so kalte, verschneite Wintertage wie heute.

 

 

Vorbereitung:           ca. 30 Minuten

Backzeit:                    40 Minuten

Backtemperatur:      180 ° Celsius, Ober- und Unterhitze oder 160 ° Celsius bei Umluft

 

Zutaten für den Kuchen für eine große Auflaufform:

375 g Mehl

200 g Zucker

180 ml Milch

125 g Butter

2 Eier

2 TL Backpulver

½ TL Vanillezucker

1 Prise Salz

 

Zutaten für die Sauce:

500 ml Ahorn-Sirup

500 ml Sahne

 

 

Wie immer wird zuerst der Backofen auf 180 ° Ober- und Unterhitze eingestellt. Während der Ofen vorheizt, wird der Ahorn-Sirup zusammen mit der Sahne in einen Topf gegeben und erhitzt. Wenn die Sauce kocht, die Herdplatte auf mittlere Hitze runter stellen und einige Minuten simmern lassen, bis sich die Menge etwas reduziert und sämig wird. Den Topf vom Herd nehmen und zum Abkühlen beiseite stellen.

Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel vermengen und beiseite stellen. In einer großen Rührschüssel werden zunächst Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig geschlagen, dann ein Ei nach dem anderen unterrühren. Den Handmixer oder die Küchenmaschine nun auf mittlere Stufe stellen und abwechselnd Milch und die vermengten, trockenen Zutaten unterrühren bis nach und nach alles untergerührt ist. Den Teig in die gefettete Auflaufform geben und die abgekühlte Sauce darüber gießen. Den Kuchen anschließend  in den vorgeheizten Backofen stellen und etwa 40 Minuten backen. Auch wenn es komisch erscheint, aber der Kuchen wird fest. Wenn die Backzeit rum ist, könnt ihr also mit der Stäbchenprobe testen, ob der Boden durch ist oder noch etwas länger im Ofen bleiben sollte.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren und eine schöne Vorweihnachtszeit!

 

 

 

 

 

Travel

Mit dem Auto von Toronto nach Chicago

 

Der Sommer ist schon eine Weile her und damit liegt unser Nordamerika-Trip auch schon ein bisschen zurück: Wir haben im Juli eine 16-tägige Reise nach Kanada und in die USA gemacht. Der erste Teil der Reise bestand aus einem 1-wöchigen Aufenthalt in Toronto, dem Besuch der Niagara Falls und Niagara-on-the-Lake. Anschließend sind wir mit dem Auto von Toronto über Sault Sainte Marie und Green Bay nach Chicago gefahren. Wir haben so einen „Roadtrip“ bereits 2015 gemacht – damals ging es allerdings von New York über Boston nach Montréal und zurück – und diese Art der Reise für uns entdeckt, weil man gefühlt einfach mehr von land und Leuten kennenlernt als in den Touristen-Hotspots.

 

 

Die erste Lektion habe ich bereits kurz nach dem Verlassen Torontos gelernt: Kanada ist groß und nicht alle Regionen sind von der „gastronomischen Infrastruktur“ her vergleichbar  mit dem, was wir von den Highways in den USA kannten (#firstworldproblems). Von der Reise in 2015 waren wir es noch gewohnt, dass man entlang des Highways immer wieder einen Starbucks oder McDonald’s findet, wo man – für europäische Verhältnisse trinkbaren – Kaffee bekommt. Für einen Kaffee-Junkie wie mich ist das nun mal essentiell (und schon wieder: #firstworldproblems). Nicht aber in Kanada! Kaum waren wir aus dem Dunstkreis von Toronto raus, zeigte das Navi den nächsten Starbucks in 256 km Entfernung an. Das mittags um 12 Uhr, nach einer wenig erholsamen Nacht und einem langen und anstrengenden Tag vor uns. Na gut…

 

 

Die erste Etappe führte uns von Toronto entlang des Lake Huron über Sudbury nach Sault Sainte Marie. Laut Navi eine Distanz von etwa 700 km und etwas über 7 Stunden Fahrtzeit. Aufgrund einiger Baustellen, Staus und den Pausen, die wir zwischendurch zum Verschnaufen eingelegt haben, kamen wir abends aber erst gegen 23 Uhr in unserem Hotel in Sault Sainte Marie an. Ich hab von diesem Teil der Reise auch leider kein einziges Bild, da wir halt gefühlt den ganzen Tag auf dem Highway verbracht haben und dieser leider erst hinter Sudbury landschaftlich schön wurde. Zu dem Zeitpunkt war es aber leider schon zu dunkel zum Fotografieren, deshalb zitiere ich an der Stelle die liebe Heidi mit den Worten „Ich habe heute leider kein Foto für Dich!“…

 

 

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück die Etappe Sault Ste. Marie – Green Bay auf dem Plan, das eigentliche Highlight der Aktion. Zum Glück waren das nur noch 450 km, die uns bei schönstem Wetter entlang der Küste des Lake Michigans führten. Der Lake Michigan ist mit einer Fläche von 58.016 km² der drittgrößte der fünf Großen Seen, und der einzige, der sich nur auf amerikanischem Terrain befindet. Flächenmäßig ist er sogar größer als die Schweiz. Das wurde uns aber auch erst bewusst, als wir am Ufer standen und den Eindruck hatten, wir sind am Meer. Die Küstenstraße war wirklich wunderschön und bis auf einen traurigen Moment – nämlich ein totes Schwarzbärenbaby am Straßenrand – ein echtes Erlebnis. Wir kamen gegen 17 Uhr in Green Bay an und hatten so noch genug Zeit, uns ein bisschen von der Stadt anzusehen. Die Reiseagentur, über die wir uns die Reise zusammengestellt haben, hat uns in einem wirklich schönen Hotel, mit einem imposanten Atrium-artigen Innenhof und sehr nettem Personal, einquartiert. Hängengeblieben sind wir nach einem Spaziergang durch die Straßen der Stadt allerdings am Hafen des Fox Rivers. Bei einem Cider und Live-Musik im Restaurant Hagemeister Park, haben wir stundenlang die vorbeifahrenden Schiffe beobachtet und den Tag ganz entspannt ausklingen lassen.

 

 

Von Green Bay aus starteten wir dann am nächsten Tag in Richtung Chicago. Dies war mit 335 km der kürzeste und – ich muss es leider sagen – unspektakulärste Teil der Strecke, den wir aber aufgrund eines spontanen Besuchs in einem Outlet Centers etwas in die Länge gezogen haben. In den Staaten findet man entlang der Highways immer mal wieder Outlets. Der Besuch lohnt sich. Die Kleidung ist dort generell wesentlich günstiger und oftmals bekommt man auf bereits reduzierte Ware noch einen weiteren Nachlass. Dieses Jahr habe ich ein Tommy Hilfiger Kleid aus weißer Spitze für umgerechnet 37 € ergattert, da auf den Verkaufspreis nochmal 40 % Rabatt hinzukamen. Da lohnte sich auch der 2-stündige Zwischenstopp. In diesem Sinne einen schönen Restsonntag! Wir sehen uns wieder in … Chicago.

 

 

Travel

Fudge und Wein in Niagara-on-the-Lake

 

Irgendwie war in den letzten Wochen mal wieder wenig Zeit zum Bloggen. Da kommt mir das schlechte Wetter draußen gerade recht, um mal wieder die Festplatte nach Bildern zu durchstöbern und da weiter zu machen, wo ich vor fast 4 Wochen mit dem Artikel über Niagara Falls aufgehört habe. Shame on me… Also: Drehen wir die Zeit einige Monate zurück bis zu einem wunderschönen Sonntag in Niagara Falls bei 25 Grad und Sonnenschein:

 

 

Folgt man dem Niagara River von den Wasserfällen aus stromabwärts, so gelangt man zu einer überdimensionalen Blumenuhr. Die Floral Clock ist Teil eines botanischen Gartens und besteht aus über 16.000 Blumen und Pflanzen. Zwei Mal im Jahr erhält sie ein neues Gesicht, wenn das Ziffernblatt neu bepflanzt wird. Sie gehört zu den Sightseeing-Attraktionen der Region und ist daher auch immer sehr gut besucht. Da wir dort nur einen etwa 15-minütigen Zwischenstopp gemacht haben, blieb leider nicht viel Zeit zum Erkunden des restlichen Gartens.

 

 

Weiter entlang dem Niagara Parkway mit seinen wunderschönen, freistehenden Häusern (Anwesen trifft es wohl eher) erreicht man Niagara-on-the-Lake: Ein kleines historisches Städtchen, das 2003 zu einer National Historic Site of Canada erklärt wurde. Viele der Häuser stammen noch aus dem 19. Jahrhundert, nachdem die Stadt von US-Truppen angegriffen und zerstört wurde. Großbritannien half beim Wiederaufbau und so hat Niagara-on-the-Lake mit seinen etwa 15.000 Einwohnern und den bunten Häusern aus Backstein oder Holz noch viel vom Charme der alten Zeit behalten.

 

 

Der Ortskern besteht aus mehreren (überschaubaren) Straßenzügen mit eben diesen wunderschönen alten Häusern und Geschäften, in denen man regionale Spezialitäten wie Fudge oder Wein kaufen kann. In dem Maple Leaf Fudge Shop habe ich übrigens auch den Fudge gekauft, den ich in den Walnuss-Muffins verarbeitet habe. Der Toffee ist in unzähligen Geschmacksrichtungen erhältlich, kostet etwa 5,50 $ pro Stück und ist das perfekte Mitbringsel für Zuhause.

 

 

Ein Geheim-Tipp von unserem Guide John ist das Prince of Wales Hotel, mitten im Zentrum auf der Picton Street. Das Hotel ist im viktorianischen Stil eingerichtet, mit alten Möbeln und einem aufwendigen Parkettboden, der über 1 Millionen kanadische Dollar gekostet haben soll. Ein kurzer Blick in die Lobby oder auch ein Besuch im ausgezeichneten Restaurant lohnen sich!

 

 

Die Region Niagara ist bekannt für hervorragende Weine und vor allem für ausgezeichneten Eiswein. Deshalb darf bei einer Tour durch Niagara der Besuch einer der vielen Wineries nicht fehlen. Wer allerdings wie wir aus einer Weinbauregion kommt (#firstworldproblem), wird eventuell etwas verwundert sein: Wir haben als Abschluss unserer Tour die Pillitteri Winery besucht. Das, was man hierzulande unter einer Weinprobe kennt, ist dort eine etwa 15-minütige Verkaufsveranstaltung, bei der man zwei Weinsorten probieren darf. Wer darüber hinaus den berühmten Eiswein kosten möchte, muss für etwa 0,1l (also etwa ein halbes Weinglas) 4 Dollar zahlen. Ich war erst ein wenig irritiert, da ich von unseren Winzern etwas anderes gewohnt bin. Wenn man allerdings bedenkt, dass eine Flasche mit 0,375l Inhalt des kostbaren Zeugs etwa 70 Dollar kostet, ist es natürlich nachvollziehbar, dass der Eiswein nicht umsonst ausgeschenkt wird. Nichtsdestotrotz war er aber jeden Cent wert. Auch wenn ich mich dann doch lieber für ein Glas Senf mit Ahorn-Sirup als Souvenir entschieden habe.

 

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Travel

Niagara Falls – Tosende Wassermassen und eine Lektion fürs Leben

Die Niagara Falls (spricht sich übrigens Neijägra Folls) sollten eigentlich ein Highlight des Nordamerika-Trips werden: In unzähligen Reportagen habe ich die beeindruckenden Wasserfälle bisher gesehen und immer gedacht, dass ich da unbedingt hin muss. Im Fernsehen sah es halt auch immer aus als ob dieser riesige Fluss durch die unberührte Natur fließt und dann in diesen gigantischen Fällen mündet. Tut er auch, aber…: Was ich mir als Naturschauspiel vorstellte, zeigte sich vor Ort leider als kleine Ernüchterung. Versteht mich nicht falsch, es ist natürlich sehr beeindruckend, mit welcher Wucht dort die 2832 Kubikmeter Wasser pro Sekunde hinunterstürzen. Es war eher das Drumherum, das mich ein wenig enttäuscht hat…

Aber fangen wir von vorn an: Der Niagara River verbindet zwei der Großen Seen Nordamerikas, nämlich den Ontario- mit dem Eriesee, und bildet die natürliche Grenze zwischen Kanada und den USA. An den Niagarafällen stürzt der Fluss entlang der zu den USA gehörenden American Falls und den Bridal Veil Falls sowie den kanadischen Horseshoe Falls in die Tiefe. Die kanadische Seite ist etwas höher gelegen, dort beträgt die Fallhöhe etwa 57 m, auf der amerikanischen Seite sind es „nur“ zwischen 21 m und 34 m. Wie uns unser (kanadischer) Tour-Guide John erzählte, sind die amerikanischen Fälle zum Leidwesen der Amerikaner wesentlich kleiner als die kanadischen, nämlich etwa 260 m breit, und auch nur von der kanadischen Seite aus zu sehen. Die Amerikaner müssen also die Grenze passieren, um ihren Teil der Wasserfälle bestaunen zu können. Da hat Kanada einen klaren Vorteil: Die Horseshoe Falls sind –wie der Name bereits erahnen lässt- hufeisenförmig. Man kann das ganze Spektakel also ohne Weiteres von der kanadischen Seite betrachten, wenn die tosenden Wassermassen entlang der 670 m langen Kante herunterfallen. Soweit, so gut.

Mir war vorher durchaus bewusst, dass die Niagara Falls ein absolutes Touristen-Highlight sind (18 Millionen Besucher pro Jahr). In meiner Erwartung befand sich dieses Highlight irgendwo im Nirgendwo. Das Nirgendwo stellte sich aber leider als Miniatur Las Vegas heraus: Entlang des Ufers reiht sich ein Hotel an das andere. Die Innenstadt von Niagara Falls (auf der kanadischen Seite) ist ein kleiner Vergnügungspark mit Casinos, Spielautomaten und allem Drum und Dran. Das mag dem Einen oder Anderen gefallen, war aber nichts für mich. Auch die Bootstour zu den Fällen fand ich etwas enttäuschend. Man kann mit einem der Hornblower Boats bis kurz vor die Fälle fahren und sich diese aus direkter Nähe ansehen. Theoretisch…! Der ganze Spaß kostet 26 kanadische Dollar und man wird mit gefühlt 700 anderen Touries auf ein Schiff gepfercht, in einen pinken Regen-Poncho gesteckt und tuckert dann etwa 20 Minuten über den Fluss. Wenn man schnell genug aufs Boot gekommen ist, hat man eventuell das Glück (oder auch Pech) in der ersten Reihe, direkt an der Reling zu stehen. Falls nicht, kann man während der ganzen Bootstour versuchen, über die hunderte von in die Luft gestreckten Smartphones und Kameras einen Blick auf die Wasserfälle zu erhaschen. Direkt vor den Niagara Falls sieht man vor lauter Wassernebel kaum etwas, wird von der Gischt einmal komplett durchnässt und verliert wegen den 699 anderen, kreischenden  Bootsinsassen fast das Gehör. Das Boot hupt vor den Wasserfällen einmal und fährt wieder zurück. Das war‘s. An der Anlegestelle angekommen, muss man in Windeseile das Boot verlassen und den Regen-Poncho abgeben, weil dort schon wieder Massen von anderen Touristen stehen. Zudem ,es tut mir leid das zu sagen, aber-das Wasser im Fluss riecht etwas unangenehm und an den Flussufern setzt sich seltsamer weißer Schaum ab.

Die Nigarafälle sind trotz alledem sehr beeindruckend, aber ich persönlich glaube, dass ich mit einer anderen Erwartungshaltung auf dieses Boot gegangen wäre, wenn ich vorher gewusst hätte, worauf ich mich einlasse. Das soll jetzt in keinster Weise heißen, dass sich ein Besuch dort nicht lohnt. Ich will nur sagen, dass man – wie im normalen Leben auch- oft durch die eigenen, falschen Erwartungen enttäuscht werden kann. Wenn man ganz unvoreingenommen reist, kann man die Attraktionen viel besser genießen und sich auch eher positiv überraschen lassen. Aber vielleicht ist auch das eine Lektion im Leben, die man erst durchs Reisen lernt.

 

In diesem Sinne ein schönes, unvoreingenommenes Wochenende!

 

 

 

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Toronto – Liebe auf den zweiten Blick

 

Unser Kanada- und USA-Trip ist nun schon eine Weile her (Juli) und ich habe wirklich überlegen müssen, ob ich den Blog-Beitrag dazu noch schreibe oder nicht. Aber es wäre schade, wenn ich die Bilder, Eindrücke und Erfahrungen nicht teilen würde. Also…

Toronto war Liebe auf den zweiten Blick. Als europäische Durchschnittstouristin bin ich es bis dato gewohnt gewesen, in komfortablen Hotels in direkter Innenstadtlage zu „residieren“ (#firstworldproblems). Das war in Toronto leider nicht möglich beziehungsweise lag nicht in meinem Reisebudget für einen einwöchigen Aufenthalt. Wir haben daher ein Zimmer in einem der unzähligen Guest Houses der Stadt gebucht. Das Haus lag in einer Nebenstraße in Upper Jarvis, das Zimmer war ein etwa 15 qm großer Raum. Zwar mit eigenem Bad, das war aber irgendwie mitten ins Zimmer gemauert. Der erste Eindruck war also nicht der beste und ich habe mich am Ende des ersten Tages wirklich gefragt, ob das so eine gute Idee war.

 

Ausblick vom “The 180”

 

Der zweite Tag brachte – zum Glück – die Wende: Wir kennen zum Glück einen sehr lieben Menschen (und den besten Touri-Guide) in Toronto, die uns an die Hand genommen und uns ihre Heimatstadt gezeigt hat. Der Startpunkt der Tour war schon genial gewählt: „The One Eighty“, eine Bar beziehungsweise ein Restaurant im 51. Stock des Manulife Centers mit direktem Blick auf die Skyline und den Lake Ontario, bei Margaritas und Pizza. Mittags um 12 Uhr wohlgemerkt, aber in Deutschland war es dank Zeitverschiebung ja quasi schon 18 Uhr. Also who cares?!

 

Kensington Market

 

Kensington Market

 

Nach diesem beeindruckenden Ausblick, der eine ganz neue Perspektive und Meinung über die Stadt eröffnete, ging es dann zur eigentlichen Besichtigungstour. Erster Stopp: Kensington Market. Eingetaucht in das alternative Flair dieses Viertels mit den vielen bunten Häusern, den einzigartigen Bars, Restaurants und Second-Hand-Läden und immer eingehüllt von dem Duft von Räucherstäbchen, frisch gemahlenem Kaffee und Mitteln, die hierzulande unters Betäubungsmittelgesetz fallen würden, war die anfängliche Skepsis gegenüber Toronto verflogen. Es mag auch an unserem besonderen Guide gelegen haben, die uns mit großer Begeisterung ihre Heimat gezeigt hat, aber spätestens am zweiten Abend hatte mich Toronto überzeugt.

 

Chinatown

 

In den folgenden Tagen habe ich mir so viel wie möglich angesehen. Vieles zu Fuß, da die Stadt auf der Karte viel größer erscheint als sie tatsächlich ist, alles andere mit dem gut vernetzten Nahverkehrssystem. Auch das habe ich erst nach einigen Tagen zu schätzen gelernt, denn in Toronto gibt es nur vier U-Bahn-Linien. Gerade mal zwei davon durchqueren die Innenstadt: Die 1 (gelbe Linie) in einer U-förmigen Anordnung und die 2 (grün) horizontal. Dazwischen fahren Straßenbahnen oder Busse von Norden nach Süden oder von Westen nach Osten. Alles ausgehend vom Lake Ontario, dem kleinsten der fünf nordamerikanischen Seen. Grundsätzlich ist der See immer ein guter Anhaltspunkt, um sich in Toronto zu Recht zu finden, denn er liegt südlich der Stadt und ist eine prima Orientierungshilfe.

 

Sugar Beach

 

Der Lake Ontario prägt maßgeblich das Flair von Toronto, sorgt zum einen für angenehm warmes, zeitweise sogar heißes Klima in den Sommermonaten (bis zu 35 ° Celsius) und speichert die Wärme für die kältere Jahreszeit, so dass es nicht arktisch kalt wie in anderen Regionen Kanadas wird und der Region sogar regelmäßige Eiswein-Ernten ermöglicht. Die Kehrseite der Medaille sind allerdings heftige Schneefälle im Winter, durch den sogenannten lake effect (mehr dazu unter http://www.beste-reisezeit.org/pages/amerika/kanada/toronto.php).

 

Toronto Town Hall

 

In Toronto gibt es einiges zu sehen. Angefangen bei den unterschiedlichen Vierteln wie Kensington Market, Chinatown, Little Italy, dem Fashion District entlang der Queen Street oder dem Shopping District in Downtown. Hier kann man sich zum Beispiel bei schlechtem Wetter die Zeit im Eaton Centre oder in den anderen unterirdischen Shopping-Malls vertreiben. Etwas exklusivere Shopping-Möglichkeiten gibt es im nördlichen gelegenen Yorkeville, entlang der Bloor Street, die auch gerne als die kanadische Antwort auf die Fifth Avenue in New York bezeichnet wird. Hier reiht sich ein Designer Store an den nächsten.

 

Royal Ontario Museum

 

Wer sich eher mit Kunst & Kultur beschäftigen möchte, kommt bei den verschiedenen Museen Torontos auf jeden Fall auf seine Kosten: Das Royal Ontario Museum beherbergt eine große völkerkundliche Sammlung mit Dinosauriern, zur Geschichte und Kultur der verschiedenen Kontinente und natürlich der Geschichte, Kultur und Artenvielfalt Kanadas. Das Gebäude ist allein schon ein Highlight, weil es 2006 nach dem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind umgebaut wurde und jetzt ein riesengroßer Kristall aus der Fassade ragt. Auch die Art Gallery of Toronto ist durch ihre besondere Architektur kaum zu übersehen. Sie ist eines der größten Museen Nordamerikas und zeigt kanadische und europäische Kunst. Darüber hinaus gibt es natürlich noch weitere, diese alle aufzuzählen würde den Umfang des Artikels aber sprengen.

 

Casa Loma

 

Sehenswert fand ich auch die Casa Loma, ein Herrenhaus, das nach dem Vorbild europäischer Schlösser nachgebaut wurde und als das einzige Schloss Nordamerikas gilt. Von 1911 bis 1914 errichtet, hat der Prachtbau schon zu damaligen Zeiten 3,5 Millionen kanadische Dollar gekostet. Hausherr Henry Pallett musste aber nach dem ersten Weltkrieg wieder ausziehen, da er während der Wirtschaftskrise große Teile seines Vermögens verloren hatte. Mittlerweile ist sie im Besitz der Stadt Toronto und der Öffentlichkeit als Museum zugänglich. Immer wieder dient sie auch als Schauplatz für diverse Filme wie zum Beispiel der X-Men-Reihe. Da sie zu den meistbesuchtesten Attraktionen von Toronto zählt empfehle ich – wie bei allen anderen Touristenmagneten – den Besuch auf den frühen Morgen, direkt nach Eröffnung zu legen.

 

Distillery District

 

Zwei meiner persönlichen Highlights waren der St. Lawrence Market sowie das Distillery District. Ersterer ist eine große Markthalle, in der man alle möglichen Lebensmittel, Gewürze und Speisen aus allen Herren Ländern probieren und kaufen kann. Das Distillery District ist – wie der Name bereits vermuten lässt – eine ehemalige Distillerie, auf deren Gelände nun einzigartige Shops und Restaurants untergebracht sind. Definitiv einen Besuch wert!

 

Dog Fountain

 

Iron Building

 

Market Street Catch

 

Für mich war das bestimmt nicht mein letzter Besuch in Toronto. Zum Einen habe ich nach einer Woche noch lange nicht alles gesehen, obwohl ich von morgens bis abends unterwegs war. Zum Anderen bin ich völlig begeistert von den Kanadiern, die einfach so unfassbar nett und zuvorkommend sind, dass wir uns bei Weitem eine Scheibe davon abschneiden können.

 

Yonge Dundas Square

 

CN Tower

 

Aussicht vom CN Tower

 

Billy Bishop Airport

 

Allan Gardens

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