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November 2016

DIY

DIY: Vintage-Tablett mit Chalky Paint

 

Ich bin so ein Schnäppchen-Opfer: Ich kann an extrem reduzierten Teilen nur schwer vorbeigehen. Auf diesem Weg hat es schon das eine oder andere Kleidungsstück in meinen Kleiderschrank geschafft, was ich mir – sind wir mal ganz ehrlich – zum ursprünglichen Verkaufspreis im Leben nicht gekauft hätte. Ist der Preisnachlass aber größer als 50 Prozent meldet sich bei mir sofort das Belohnungszentrum in meinem Hirn und sagt “Das musst Du kaufen! Das ist um die Hälfte günstiger. Da sparst Du Geld!” Das ist so ein Phänomen, dass man sich tatsächlich denkt, man spart Geld, indem man es ausgibt. Kurios!

So bin ich auch zu meinem neuen DIY-Projekt gekommen: Ein riesengroßes, weißes Tablett, das ich bei   Depot in der Sale-Ecke entdeckt habe. Das gute Stück hatte zwar einige Macken und Kratzer, war aber von 24.95 € auf 5 € reduziert. Alarm im Vorderhirn! Ich hab nicht lange überlegt, mir das Tablett unter den Arm geklemmt und bin damit zur Kasse gestiefelt.

 

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Zuhause angekommen habe ich dann stundenlang Pinterest durchforstet, auf der Suche nach einem neuen Look für das Schnäppchen. Da auch ich dem Marmor-Hype verfallen bin, aber leider keine Möglichkeit gefunden habe, wie man auf ein Tablett von der Größe ein Marmor-Muster zaubert, habe ich dann den Krakelier-Effekt für mich entdeckt: Dabei werden zwei (unterschiedliche) Farbschichten auf ein Objekt aufgetragen. Dazwischen wird ein Krakelier-Medium gestrichen, so dass die obere Lackschicht reißt und die untere durchscheint. Teilweise kann man das wohl erreichen, indem man Leim zwischen den beiden Farben aufträgt oder die zweite Farbschicht mit einem Föhn trocknet. Das war mir nur etwas zu unsicher, deshalb habe ich zu einem fertigen Krakelierlack aus dem Bastelbedarf gegriffen. Da ich bei mehreren Rezensionen auf Amazon gelesen habe, dass man besser alle Produkte vom gleichen Hersteller nimmt und ich ohnehin ein mattes Finish haben wollte, habe ich mir zwei Chalky Finish Farben von Rayher mit dem passenden Krakelierlack und ultramattem Lack zm Versiegeln gekauft.

 

 

Material:

120er Schleifpapier zum Vorbereiten

Chalky Finish Weiß

Chalky Finish Ebenholz

Chalky Finish Krakelier-Medium

Chalky Finish Klarlack ultramatt

 

Die Chalky Farben waren mit je ca. 10 € für 236 ml für meine Begriffe etwas teuer, aber der Versuch war es mir wert. Als Erstes hab ich das Tablett mit dem Schleifpapier angeraut und dabei schon einige der vorhandenen Macken und Kratzer begradigt. Damit der Lack auch gut haftet, musste dann der Schleifstaub vom Holz entfernt werden. Dazu war ein feuchtes Tuch und etwas Spülmittel  völlig ausreichend. Dann ging es an die erste Farbschicht, das Schwarz: Da ich bei meinen Projekten immer großen Wert darauf lege, dass der Lack streifenfrei ist, arbeite ich am liebsten mit einer Schaumstoffrolle. Das funktionierte hier aber leider nur mäßig bis gar nicht! Ich weiß nicht, ob es  an der Rolle lag oder am Lack oder vielleicht auch an mir. Die Farbe liess sich nur sehr schwer verteilen! Also hab ich irgendwann aufegegeben und zum Pinsel gegriffen. Das klappte zwar wesentlich besser, hinterließ aber leider die eigentlich unerwünschten Streifen. Gut, man kann halt nicht Alles haben…

 

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Für die weitere Bearbeitung war dann erst wieder einige Tage später Zeit. Das hatte aber auch den Vorteil, dass die Farbe bis dahin gut durchtrocknen konnte.  Für den Krakelier-Effekt muß der Reißlack zwischen der ersten und zweiten Farbschicht aufgetragen werden. Das war dank der flüssigen Konsistenz aber sehr einfach und schnell erledigt.

 

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Nach gut zwei Stunden Trockenzeit folgte dann der eigentlich spannende Teil: Die weiße Farbschicht. Je nachdem, ob man diese in einer dünnen oder dicken Schicht aufträgt, werden die Risse entweder fein oder groß und breit. Man muss sich aber in jedem Fall beeilen, da der Lack schon nach kurzer Zeit haftet und bei erneutem Drüberstreichen wieder abbröckelt! Das ist mir dann auch prompt an einer Stelle passiert und ich musste das weiße Chalky Finish dann an der Stelle wieder entfernen und die letzten beiden Schritte wiederholen. Ärgerlich! Dafür ging dann die Versiegelung mit dem Überlack einen Tag später widerum erstaunlich leicht von der Hand! Ein bisschen gewöhnungsbedürftig war nur dessen leicht milchig-weiße Farbe, die aber beim Trocknen wieder transparent wurde. Et voilá – fertig!

 

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Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Endergebnis ganz zufrieden. Allerdings fand ich die Kalkfarbe nicht ganz so grandios wie ich auf anderen Blogs gelesen habe. Die Streifen durch den Pinsel haben sich auch nach dem Trocknen nicht von alleine korrigiert und die Deckkraft fand ich jetzt leider auch nicht so toll. Hinzu kam die Schwierigkeit, dass man sich mit dem Auftrag der Farbe sehr beeilen muss, da sie sonst bröckelt. Bei potenziellen zukünftigen Projekten würde ich wahrscheinlich eher zu einem Buntlack auf Wasserbasis greifen.

 

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DIY

Massivholz pflegen: Schleifen und Ölen

 

Ich liebe Massivholzmöbel – vor allem aus Eiche. Viele denken leider an dunkle, rustikale Schrankwände, die gefühlt sämtliches Licht im Zimmer schlucken. Dabei kann diese Holzart so viel mehr: Undbehandelt ist das Holz sehr hell und hat je nach Art einen schönen goldgelben bis grauen Unterton. Beim Skandinavischen Einrichtungsstil, der freundliche  Farben wie weiß und grau mit hellen Holzmöbeln kombiniert, sind auch immer wieder Möbel aus Eiche zu finden. Das Holz zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit sowie einen hohen Abnutzungswiderstand aus, bei guter Pflege sind Eichenmöbel also auch sehr langlebig. Aber wie pflegt man unbehandeltes Holz eigentlich und wie aufwendig ist das?

 

Nach zwei Jahren hat dieser Tisch ein bisschen Pflege mal wiedere bitter bötig.

Nach zwei Jahren hat dieser Tisch Pflege mal wieder bitter nötig!

 

Grundsätzlich haben Massivholzmöbel den Vorteil, dass man sie wieder aufarbeiten kann. So lassen sich Flecken im Holz abschleifen und auch Risse kann man mit Holzspachtel auffüllen und nach einer neuen Schicht Lack ist davon kaum noch etwas sichtbar. Gerade Esstische bekommen mit der Zeit Flecken: Auf unserem fanden sich Ränder von Rotwein-Gläsern und man konnte ganz genau sehen, wo mal irgendwann ein Deckel von einem Kochtopf abgelegt wurde. Wenn der Deckel nämlich noch heiß ist und das Kondenswasser daran runter läuft ergibt das diese unschönen grauen Abdrücke auf dem Tisch. Das Holz wird außerdem mit der Zeit etwas spröde, weil sich die trockenen Fasern aufstellen. Daher sollten Massivholzmöbel von Zeit zu Zeit abgeschliffen und geölt werden. Das Öl sorgt außerdem dafür, dass die Oberfläche versiegelt und so widerstandsfähiger wird gegen Flecken und Feuchtigkeit.

 

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Wasserflecken und Abdrücke von abgestellten Gegenständen lassen sich mit der Zeit nicht vermeiden – aber zum Glück auch schnell wieder beheben!

 

 

Die Oberfläche war mittlerweile ziemlich rau.

Die Oberfläche war mittlerweile ziemlich rau.

 

Unser Tisch war jetzt nach zwei Jahren mal wieder fällig. Auf den Fotos kann man ganz gut sehen, dass er ein bisschen gelitten hat. Von Wasser über Öl bis hin zu Rotwein hatte er eine ganze Reihe von Flecken auf der Tischplatte. Außerdem fühlte sich die Oberfläche mittlerweile sehr rau an. Da kam es sehr gelegen, dass wir neulich bei IKEA waren und mich eine große Dose Holzöl angelacht hat. Dazu habe ich mir im Baumarkt ein grob- und ein feinkörniges Schleifpapier für Holz gekauft und einen relativ breiten Pinsel. Glücklicherweise gibt es in meiner Familie einen Multischleifer, der über die Jahre schon bei so einigen Renovierungen extrem gute Arbeit geleistet hat. Das gute Stück hat ca. 80 € gekostet und ist meiner Meinung nach jeden Cent wert. Gerade so große Flächen lassen sich damit in wenigen Minuten schnell und vor allem sorgfältig abschleifen.

 

Die Essentials für die Schönheitsbehandlung...

Die Essentials für die “Schönheitsbehandlung”…

 

Aber fangen wir von vorne an: Als Erstes hab ich den Tisch gründlich abgesaugt. Dann folgte die Vorbereitung des Holzes mit dem  Multischleifer und einem mittelgröberen Schleifpapier in einer  80er-Körnung. Damit habe ich alle oberflächlichen Flecken entfernt und die raue Holzfaser etwas geglättet. Achtung: Bitte immer nur in Richtung der Maserung schleifen! Um sicher zu gehen, dass ich auch keine Stelle vergessen habe, habe ich in gleichmäßigen Bahnen langsam auf und ab geschliffen. Insgesamt hat das etwa 10 Minuten gedauert, bis die Tischplatte inklusive Rändern vorbereitet war. Auch wenn der  Multischleifer eine Absaugautomatik hat, die beim Schleifen den Staub in einem Behälter auffängt, lässt es sich nicht vermeiden, dass man Staubpartikel einatmet. Wenn man von Hand schleift passiert das natürlich erst Recht. Ich empfehle also einen Mundschutz, den es schon für wenig Geld im Baumarkt gibt.

 

Nach dem ersten Abschleifen mit 80er Schleifpapier.

Nach dem ersten Abschleifen mit 80er Schleifpapier: das Holz sah viel heller aus und hatte einen leicht gräulichen Schimmer.

 

Nachdem ich die Tischplatte dann wieder gründlich abgesaugt habe, ging der eigentliche Spaß los. Erst mal gab es einen kleinen Kampf mit der Öl-Dose, die sich leider nicht so einfach öffnen ließ wie gedacht. Im zweiten Anlauf hat dann ein dünner Schraubendreher den Kampf gewonnen. Als die Dose offen war gab es die nächste Überraschung, denn zu meinem Erstaunen sah das Öl  nicht aus wie Öl, sondern war eher eine milchig-weiße Flüssigkeit. Das liegt aber vermutlich daran, dass es kein natürliches Öl ist wie ein Lein-Öl, sondern noch spezielle Zusatzstoffe, die sogenannten Sikkative enthält, die es schneller trocknen lassen. Die Verarbeitung war aber sehr einfach und schnell. Der milchige Film war zunächst auch auf dem Holz zu sehen, ist mit dem Trocknen aber dann verschwunden.

 

So sieht das Behandla Holzöl von IKEA aus.

Behandla Holzöl von IKEA.

 

Aufgetragen hinterließ das Öl erst einen milchig-weißen Schleier auf dem Holz.

Aufgetragen hinterließ das Öl erst einen milchig-weißen Schleier auf dem Holz.

 

Ich hab den Tisch dann über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Morgen war die Tischplatte noch leicht feucht, aber ideal, um jetzt mit dem zweiten Schleifgang zu beginnen. Also schnell das 180er Papier auf den Schleifer und auf in die zweite Runde. Das Ergebnis hat mich dermaßen begeistert, dass ich auf die zweite Ölschicht verzichtet habe. Man kann die einzelnen Schritte je nach Holzbeschaffenheit und –zustand ein bis drei Mal wiederholen. Das war bei meinem Tisch aber nicht mehr nötig: Mal abgesehen von den rückstandlos entfernten Flecken ist das Holz wieder ganz eben und weich! Für Nichthandwerker klingt das eventuell etwas seltsam, aber ich finde die Haptik von frisch geschliffenem Holz sehr angenehm. Einzig und allein ein drittes Mal Absaugen musste sein. Das war‘s aber auch schon!

 

Das Ergebnis nach einem Tag Trocknungszeit.

Das Ergebnis nach einem Tag Trocknungszeit.

 

Nach weiteren 24 Stunden Trocknungszeit, die eine reine Vorsichtsmaßnahme waren, war der Tisch dann auch wieder normal zu benutzen. Insgesamt hat die Bearbeitung etwa 1,5 Stunden gedauert, dazu kam die erste Trocknungsphase über Nacht plus nochmal ein Tag, bis das Öl komplett weggetrocknet ist. Der Tisch ist jetzt zwar dunkler, das wird sich mit der Zeit aber wieder geben. Schließlich wird das Sonnenlicht den Tisch wieder nach und nach aufhellen.

 

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Und das Endergebnis nach zweimaligem Schleifen mit unterschiedlichen Körnungen und einer Schicht Öl: Von Flecken absolut keine Spur mehr!

 

Mein Fazit: Alle zwei Jahre mal 1,5 Stunden Zeit in die Holzpflege investieren ist meiner Meinung nach wirklich in Ordnung! Die meisten furnierten Möbelstücke sind oftmals nicht so widerstandsfähig und wenn das Furnier mal einen Fleck hat, ist es in den meisten Fällen reif für den Sperrmüll. Da lobe ich mir doch ein Stück aus Massivholz, was mich viele Jahre begleitet und sich ganz easy wieder aufarbeiten lässt!

 

 

Eine schöne, glatte Holzfaser!

Eine schöne, glatte Holzfaser!

 

Material:

IKEA Behandla Holzöl

Bosch Multischleifer PSM160A

Schleifpapier 80er- und 180er-Körnung im Set erhältlich

Breiter Lackier-Pinsel mit Synthetik-Haar – ähnliches Produkt hier zu finden

 

Sonstiges:

Tisch:  Tchibo – ein ähnliches Modell findet sich hier.

Pinke Rosen: Blume 2000

Vase: Leonardo

 

 

 

 

 

 

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